Für die Analyse aus Aktionärssicht ist das Eigenkapital eine sehr wichtige Größe. Auch in dieses Mal stecken die interessanten Informationen wieder in den einzelnen Unterpunkten. Diese sind:

I. Gezeichnetes Kapital: Dies ist das von Aktionären ursprünglich eingebrachte Kapital in das Unternehmen. Dieser Posten ist für die Bewertung eines Unternehmens nach der Gründung ziemlich uninteressant. Der Wert ist normalerweise über lange Zeiträume konstant und ändert sich nur bei Kapitalerhöhungen.

II. + III. Kapitalrücklage + Gewinnrücklagen: Rücklagen sind von dem Unternehmen einbehaltene Gewinne. Diese bilden mit der Zeit ein Kapitalpolster, mit dem das Unternehmen wachsen kann. Bei älteren Unternehmen, die schon ein starkes Wachstum verzeichnet haben ist der Posten der Gewinnrücklagen der größte im Eigenkapital.

IV. Gewinnvortrag/Verlustvortrag: Übrigbleibender Rest von dem Gewinn nach Abzug der Ausschüttung und Rückstellung, der noch nicht verwendet wurde. Dieser Punkt ist meistens ein kleiner Posten und in der Regel zu vernachlässigen.

V. Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag: Hier steht der in der letzten Jahresperiode gemachte Gewinn/Verlust des Unternehmens. Der Teil des Gewinns, der nicht an die Aktionäre ausgeschüttet wird, fließt in dem nächsten Jahr in das Eigenkapital ein und steht dem Unternehmen dann zur Investition zu Verfügung.

Die Verbindlichkeiten im Detail

Bis hierher war es so, dass der Aufbau zwischen der Gliederung nach HGB und IAS ziemlich überein stimmten. Bei dem Fremdkapital gibt es jetzt aber etwas größere Abweichungen. So trennt das HGB das Fremdkapital zwischen Rückstellungen und Verbindlichkeiten, sprich also zwischen der Wahrscheinlichkeit des Eintretens.

Das IAS strukturiert das Fremdkapital aber nach dem Zeitpunkt des Eintreffens und dann in Unterpunkten erst nach der Eintrittswahrscheinlichkeit. Ich denke es ist daher ganz sinnvoll hier einmal kurz beide Gliederungen anzusprechen.

Die Grobstruktur sieht nach IAS wie folgt aus

Eigenkapital

Kurzfristige Verbindlichkeiten

Langfristige Verbindlichkeiten

Ob eine ausstehende Anleihe oder Kredit jetzt unter kurzfristig fällt, oder unter langfristig, entscheidet sich in diesem Fall ganz nach der Restlaufzeit. Liegt diese unter einem Jahr, so ist es eine kurzfristige Verbindlichkeit, darüber dann um eine langfristige.